Auf der Suche nach Ersatzteilen für deinen Fendt Favorit 712 (Typ 712) Schlepper? In dieser Kategorie findest du alles, was du für Wartung und Reparatur deines Traktors benötigst.
Der Fendt Favorit 712 Vario gehört zu den vier Ausgangsmodellen, mit denen die 700 Vario-Baureihe 1998 an den Start ging. Von der ersten Ausführung (Fahrgestellnummer T 712.2.0) wurden zwischen 1998 und 2003 insgesamt 3.160 Exemplare gebaut. Damit liegt die Stückzahl etwas unter der des größeren 714, was mit dem schmaleren Einsatzprofil dieses Modells zusammenhängt. Der 712 positioniert sich leistungsmäßig knapp unterhalb des 714 und richtet sich an Betriebe, die einen kompakten Schlepper der leichteren Mittelklasse suchen.
Die erste Generation (1998 bis 2003) ist mit einem Deutz BF6M 2013C ausgestattet, Hubraum 5.702 cc. Die Nennleistung beträgt 125 PS, mit Boost bis 135 PS. Dieser Motor ist derselbe wie im 714, jedoch auf ein niedrigeres Leistungsniveau abgestimmt.
Die zweite Generation (2003 bis 2006) behält denselben Deutz BF6M 2013C mit 5.702 cc, wobei die Leistung auf 125 bis 141 PS angehoben wurde. Ab 2003 entfiel auch der Schriftzug "Favorit", und der Schlepper wurde nur noch als "Fendt 712 Vario" bezeichnet.
Ab 2006 kommt der Deutz TCD 2012 L06 4V zum Einsatz, Hubraum 6.057 cc. Dieser Motor arbeitet mit Common-Rail-Einspritzung bei 1.600 bar Einspritzdruck, Vierventiltechnik und elektronischer EDC-7-Motorsteuerung. Das externe Abgasrückführungssystem AGRex ist ebenfalls integriert. Die Leistung von 115 bis 136 PS liegt bereits bei 1.700 U/min an, was die 50 km/h Höchstgeschwindigkeit bei niedrigen Drehzahlen ermöglicht. Der spezifische Kraftstoffverbrauch bei optimaler Last liegt bei 195 g/kWh.
Das stufenlose Vario-Getriebe vom Typ ML 110 (erste Generation) ist ein leistungsverzweigtes Fahrantriebssystem mit zwei Fahrbereichen. Ab der Serie 2003 wurde auf den ML 130 umgestellt, denselben Typ wie im 714. Eine stufenlose Wendeschaltung mit Stop-and-go-Funktion und Tempomat ist serienmäßig vorhanden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h und wird ab der Generation 2006 bereits bei 1.700 U/min erreicht. Auf dem Feld sind bis zu 28 km/h möglich.
Das Fahrzeuggewicht der ersten Generation liegt bei rund 5.800 bis 6.000 kg, das zulässige Gesamtgewicht bei 9.500 kg. Die Generation 2006 bis 2013 hat folgende Abmessungen: Länge 4,67 m, Breite 2,52 m, Höhe 2,96 m. Das Leergewicht beträgt hier 6.605 kg, das zulässige Gesamtgewicht 11.500 kg.
Die Vorderachse ist eine lastschaltbare ZF-Pendelantriebsachse vom Typ APL-2000 F6 mit Mittelkardanantrieb und Niveauregulierung. Die Federung erfolgt hydropneumatisch mit Stickstoffmembranspeicher, sie lässt sich blockieren. Zuschaltung des Allradantriebs und die Differenzialsperre werden automatisch in Abhängigkeit von Lenkwinkel und Fahrgeschwindigkeit ein- und ausgeschaltet.
Die erste Generation liefert eine Pumpenförderleistung von 78,5 l/min bei 170 bar und 77,4 l/min bei 204 bar. Ab 2003 stieg dies auf 107,3 l/min bei 200 bar und 93,8 l/min bei 217 bar. Ab 2006 fördert die Axialkolbenpumpe 110 l/min bei 200 bar mit Load-Sensing-Automatik.
Die maximale Hubkraft am Heckhubwerk beträgt 7.464 kp (erste Generation) und 7.268 kp ab 2003. Ab 2006 liegt die Hubkraft am Heck bei 8.500 kp. Das Fronthubwerk erreicht 3.822 kp (erste Generation) und 4.526 kp ab 2003. Serienmäßig sind zwei doppeltwirkende Steuergeräte mit Kreuzschalter oder Joystickbedienung verbaut, optional bis zu fünf doppeltwirkende Steuergeräte. Alle Ventile können auch einfachwirkend verwendet werden.
Die hintere Zapfwelle dreht auf 540, 540E, 750 und 1.000 U/min. Ab der dritten Generation ist die motorabhängige Zapfwelle mit integrierter Komfortschaltung, dreifacher Vorwahl und Zapfwellenautomatik ausgestattet.
Eine häufige Frage ist, was den 712 vom 714 unterscheidet. Die wesentlichen Punkte: Der 712 leistet in der ersten Generation 125 PS gegenüber 140 PS beim 714. Das zulässige Gesamtgewicht liegt beim 712 bei 9.500 kg, beim 714 bei 11.000 kg. Dazu kommt das niedrigere Hubkraftniveau. In der ersten Generation fährt der 712 noch mit dem ML 110-Getriebe, während der 714 bereits den ML 130 hatte. Die Spurweite des 712 ist mit 2,43 m etwas schmaler als die 2,55 m des 714.
Die integrierte Sicherheitskabine ist schwingungs- und schallisolierend ausgeführt, der gemessene Geräuschpegel liegt bei 72 dB. Die Kabine ist kippbar und verfügt über dreistufige Heizung, Klimaanlage, verstellbares Lenkrad, luftgefederten Sitz, digitale Displays, Bordcomputer und Dachluke. Ab der zweiten Generation (2003) wurde die Kabinenfederung auf pneumatisch umgestellt, und das Varioterminal erhielt ein Farbdisplay. Die Variotronic wurde ISOBUS-fähig, und eine vorprogrammierte Vorgewendeautomatik wurde optional verfügbar.
Die Variotronic steuert Hubwerk, Zapfwellen, Hydraulik, Allradantrieb, Differenzialsperre, Motordrehzahl und Tempomat über ein einziges Bediensystem.